Über mich

 

 

„Bild oder Wandskulptur?“

 

Das Bauen, Konstruieren und Arbeiten mit Holz ist für mich als Schreiner Grundlage jeglichen Schaffens. Möbelbau aus Holz mit Vorgeschichte, Möbel aus Wildholz oder auch Skulpturen für die naturnahe Ausstellung im Wald; die Schaffung dreidimensionaler Objekte zur Nutzung liegt mir im Blut.

 

Gleichzeitig experimentiere ich schon seit über 20 Jahren mit Farbe und anderen Materialien, um vorwiegend großformatige Bilder zu schaffen. Mit dem Label: Mapel Leaf Art als eine Hommage an das kanadische Ahornblatt habe ich Ausstellungen und Veröffentlichungen erreicht.

 

Allerdings erst die Kombination aus Beidem: Holz und Farbe in einer 3D-Oberfläche gelingt mir die Darstellung und Ausdrucksform, die ich schon so lange suche.

 

Vielschichtigkeit erleben ist mein Ziel. Je nach Blickrichtung ergeben sich neue Wahrnehmungen für mich und den BetrachterIn. Die Überraschung dient mir als Künstler und kann durch den BetrachterIn erforscht werden

Die 3 Dimensionalität ist mir wichtig, da ich dadurch den menschlichen Prozess der Kreativität am besten zum Ausdruck bringen kann.

 

In jedem Bild finden sich Landschaften im Wandel der Jahreszeiten, Architektur, Begegnungen mit Menschen, Inspiration in der Auseinandersetzung mit anderen Künstlern, aus Filmen und Musik, Ideen aus der Fotografie, von Reisen mit meiner Familie wieder.

Die Schaffung der Bilder/Wandskulpturen sind ein Ausgleich für meinen beruflichen Alltag und ermöglichen mir, Mensch zu bleiben.

 

Jedes Bild beginnt mit einer Idee, einem Vorentwurf.

Danach wird der Rahmen aus Holz gebaut. Das Format 350 mm x 350 mm ist bewusst gewählt. Ganz praktisch ist es für kleinere Wohnungen geeignet und ermöglicht mir eine leichtere Lagerung.

 

Die künftigen Biegungen, Vertiefungen, Einschnitte, Erhebungen sind bei der Vorbereitung schon mitgedacht. Diese setze ich vorrangig mit Sperrholz um.

 

Sind die optischen Spannungsfelder gesetzt, wird das vorbereitete Objekt mit Spachtelmasse, Marmormehl, Sägespänen überzogen, um die zukünftige Struktur vorzubereiten. Die schnellere Trocknung erfolgt vor einem Gebläse.

Oft ergeben sich Risse in der verarbeiteten Masse, die ich gern als weitere Überraschung in mein Bild einarbeite. Ich nutze den Zufall für geplantes Bild, um die eigene Überraschung und die Neugier der BetrachterIn lebendig zu halten.

 

Nach der Trocknung beginne ich mit den ersten, meist helleren Farbe. Zu diesem Zeitpunkt ist es eher eine Lasur. So beginnt der Prozess der farblichen Entwicklung der Bilder/Wandskulpturen

Ich arbeite ohne Staffelei. Die Rahmen liegen auf einem Arbeitstisch. Für mich ist immer klar definiert, wo unten und oben ist.

 

Die malerische Vorgehensweise ergibt sich spontan und aus dem Prozess. So wähle ich auch das Material spontan und intuitiv. Mit der Idee zum Werk ergibt sich ein dynamischer Arbeitsprozess, bei dem sich Zufall und Zielorientierung abwechseln.

 

 

Das Auftragen von Farbe und das wiederholte Abkratzen, Abwaschen, Abschleifen und erneute Übermalen hinterlassen auf den Bildern Spuren. Diese Spuren werden überdeckt und durch anschließendes Auswaschen der aufgetragenen Schicht wieder kenntlich gemacht. Dennoch ist eine Spur nie ganz erloschen oder entfernt.

 

Im Grunde arbeiten immer "2 Personen" an einem Bild mit einem "inneren Dialog". Eine Person will immer die Planung umsetzten, sich möglichst genau an den Plan halten. Die andere Person ermutigt zum experimentellen Ausprobieren, zum Zulassen der zufälligen Entstehung. Der innere Dialog zwischen "Möglich" und "Unmöglich" / "Machbar" und "Nicht-Machbar" sind vereint im Arbeitsprozess. Gegensätze vereinen sich und ich erziele dadurch die Spannung, Intensität der Bilder und erhalte die Persönlichkeit der Bilder/Wandskulpturen.

 

Die Objekte haben keine Titel, die eingrenzen könnten. Jeder BetrachterIn kann sich selbst rein-lesen/reinschauen/entdecken. Durch die seitlichen Einblicke erschließen sich neue Betrachtungsmöglichkeiten. Jeder BetrachterIn ist herzlich eingeladen, sich auf die individuelle Reise zu begeben; seinen eigenen inneren Dialog zu führen. Aus diesem Grund gibt es "nur" Nummern.

 

 

Das vorliegende Grundkonzept der Arbeiten eröffnet mir als Künstler einen schier unendlichen Variations- und Entwicklungsraum. Beginnt ein Bild damit, fertig zu werden, entstehen schon viele weitere Ideen, die schnell umgesetzt werden wollen

 

Die Verbindung von räumlichen Eindrücken mit Farbe und anderen Komponenten in einem gewohnten "Bilderrahmen" zeigt meine persönliche Handschrift und lädt zu einer persönlichen Betrachtungsreise ein.

 

 

Knut Röling 

 

knutroeling@googlemail.com